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Montag, 5. Februar 2007

Nochmal Pasta e Basta - Lasagne Bolognese al Forno

"Pasta e Basta" - hört sich ja irgendwie nicht wirklich einladend an, eher nach der Aufforderung, seine Pasta reinzuhauen und dann die Lokalität möglichst schnell wieder zu verlassen. So ist es aber nicht, obwohl zugegebenermaßen die hohe Decke, die akustisch etwas ungünstige Raumgeometrie und eine nicht extra gemütliche Beleuchtung aus diesem Restaurant nicht gerade eine lauschige Trattoria für's Candle-Light-Dinner machen, aber man kann darin trotzdem erstaunlich gut essen, und das ganze auch noch zu wirklich angemessenen Preisen.

Die Speisekarte, die stilistisch etwas pragmatisch als laminierter, abwischbarer Schlabberuntersatz auf dem Tisch liegt, enthält zwar keine Unmengen an Gerichten, was ja auch nicht sein muß, aber eine guten Querschnitt, wie z.B. diverse Sorten Spaghetti, Pizze, Tortellini und Lasagne. Die Preise bewegen sich auf einem fast schon verdächtig niedrigen Niveau, so gibt's beispielsweise Spaghetti Carbonara für nicht mal 4 EUR oder eine ordentliche Pizza für ca. 5 EUR (siehe Rezension des Kollegen Witzigkannkochen weiter unten). Okay, man findet auf der Karte sicher nicht die Italienische Haute Cuisine mit Wachtelfilet an Weinsauce auf Tartarbett über Blahblah in Villeroy&Boch-Schüssel, aber solide italienische Küche, und auf der Tageskarte (in Form von an der Wand hängenden mit Kreide beschriebenen Tafeln) finden sich auch noch andere Gerichte.

Der betriebswirtschaftlich sensible Leser fragt sicher angesichts der für München schon unter der Kategorie "Discount" verbuchbaren Preise bei "Pasta e Basta", wie sich der Laden überhaupt über Wasser halten kann. Tja...das Viertel ist nicht das billigste, besonders wenig Personal läuft auch nicht in dem Laden herum (ok, wie hoch der Anteil der 1-Euro-Jobber darunter ist, weiß ich nicht) - aha, dann wird's wohl die Qualität des Essens sein! Mal schnell ein paar dezent verweste Ratten durch den Fleischwolf gedreht, mite eine Schuße Alteöle ausse Giovannis alte Fiat Tipo aufgemixt, dazu noch eine Schaufel Wasgradwegmuß und fertig ist die Sugo, oder?
NEIN! Au contraire, das Essen schmeckt wirklich lecker! An der getesteten Lasagne war wirklich nichts zu meckern, die Nudeln waren gut, die Sauce war gut und der Käse zog nichtmal allzuschlimme Fäden. Dazu noch eine ordentliche Menge, die da dampfend in der heißen Keramikform vor mir stand.

Der Service geht zwar mit seinem Redefluß etwas sparsam um, war aber in Ordnung; das Essen war in wirklich akzeptabler Zeit auf dem Tisch. Wo sparen die Jungs da also? Ein relativ sicherer Posten für den Rotstift ist hier auf jeden Fall das Belüftungssystem; die Luftqualität bei "Pasta e Basta" ist, sagen wir mal, stark tageszeit- und besucherzahlabhängig, denn je mehr Gäste sich eine Kippe anzünden, um so mieser wird die Luft. Das ist zwar ohne weiteren Beweis gültig, aber normalerweise sollte eigentlich die Belüftung den Rauch irgendwie zumindest soweit absaugen, daß man nicht mit Nebelscheinwerfer auf dem Kopf essen muß. Gut, so schlimm ist's auch wieder nicht, aber es stört mit der Zeit einfach und die dicken Belüftungsrohre an der Decke sind entweder nur Dekoration oder der Kundendienst sollte mal wieder die Filtermatten ausklopfen (oder das Ding einfach mal reparieren).

Das scheint man auch beim Personal bemerkt zu haben, jedenfalls riß beim Verlassen des Lokals einer von ihnen die Eingangstür auf, sagte etwas von "Müsse lüften, isse zu warm da drin!", und auf die Anmerkung hin, daß da wohl weniger ein Temperaturproblem vorliege, sondern die verqualmte Luft mal beseitigt werden sollte, meinte der Kellner nur : "Ja, weiße schon, aber..."; die Ellipsenpunkte sollen hier nicht darstellen, daß ich vergessen habe, was er danach noch gesagt hat - der Satz endete nach dem "aber" einfach. Was er noch sagen wollte, weiß ich nicht - vielleicht "Schrott ist kaputt", "ich steh' drauf" oder "sorry, wir sind schon froh, wenn am Monatsende eine schwarze Null unter der Abrechnung steht bei unserem preiswerten Essen, für den Wartungs-Heini ist keine Kohle da".
Egal wie, auch wenn die Luftqualität schon mal zu wünschen übrig läßt, man kann bei "Pasta e Basta" (gibt's übrigens auch noch in der Feilitzschstr. in Schwabing) wirklich lecker und preiswert essen. Hoffentlich noch für längere Zeit.

Shop : Pasta e Basta, Fraunhoferstr. 19/Ecke Klenzestraße
WWW : N/A
Location : Google Maps
Datum : 30.01.07 | 19:00 Uhr
Produkt : Lasagne Bolognese, ca. 4,50 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 9
Ladenlokal : 6
Service : 6
Preis/Leistung : 9
GESAMTWERTUNG : 7.8

Mittwoch, 31. Januar 2007

Pasta e Basta - Fraunhhoferstraße 19

Mangelt es dem Rezensenten an Kreativität, wenn er einer anderen Essenskritik einfach voll zustimmt? Bei MünchenWiki findet sich ein voll und ganz akkurater Eintrag. Es wurde eine Pizza Diavola gegessen, was anders ist als im MünchenWiki-Artikel. Aber okay. Pizza war wesentlich besser, als man es zu solch einem Preis vermuten könnte, einem, der fast das Dumping-Preisniveau erreicht. Sehr knusprig, vernünftig "teuflisch" (a.k.a. scharf). Sehr gelungene einfache Pizza. Enough said. Dann braucht man nicht meckern. Der San Pellegrino war ebenso gut, aber das ist nicht der Verdienst von Pasta e Basta.

Jedoch war der Laden nervig verraucht trotz hoher Decke. Das konnte auch die überproportional hohe Anzahl überdurchschnittlich dezent attraktiver Frauen nicht kompensieren. Beim Verlassen lief ein Kellner hinterher, riss die Tür auf, "Müsse lüften! Zu warm da drinne....," woraufhin der Rezensent meinte, dass der Rauch das größere Problem sei. Der Kellner erwiderte mit einem unverständlichen Satzfragment: "Tja, müsse die Türe..." - und wieder drinnen war er. Das war bizarr. Aber das Problem scheint erkannt zu sein.
Shop : Pasta e Basta, Fraunhoferstraße 19
WWW : keine Website
Location : Google Maps
Datum : 30.01.07 | 18:30 Uhr
Produkt : Pizza Diavola, ca. 5,95 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 8
Ladenlokal : 6.5
Service : 6.5
Preis/Leistung : 8.5
GESAMTWERTUNG : 7.5

Freitag, 26. Januar 2007

GaribaldiBar - Schellingstraße 60

Der Namenspatron dieser kleinen, feinen Bar in der Schellingstraße wollte sein Sterbebett in Richtung des "smaragdgrünen" und "saphirblauen" Meers aufgestellt haben; seine Kämpfe um die italienische Staatseinigung focht er und seine Leute in roten Hemden. Von diesen Farben ist in der GaribaldiBar wenig übrig. Obwohl der Laden im Sommer sicherlich um einiges lebendiger sein muss, wenn die hohen Glastüren offen sind und draußen ebenso Menschen sitzen, so wirkt das etwas kühle Innere mit der metallverkleideten Bar und den großen Weißflächen dennoch freundlich: die eine Wand reiht eine Unmenge an Weinflaschen auf, eine italo-germanisch-bayrische Geräuschkulisse belebt den Raum, ein Flachbildfernseher läuft gänzlich unterfordert, denn der kann sicher mehr, also lediglich die Tagesweine aufzulisten, und die Vitrine am Eingang mit den dolci, panini und tramezzini löst Pavlov'sche Reflexe aus.

Während die Bar hellleuchtend sympathisch erscheint, enttäuscht der Cappuccino (was vermutlich nicht daran liegt, dass er unitalienischerweise später als 11 Uhr getrunken wurde). Das Verhältnis von Milch und Milchschaum zu Espresso geht deutlich zu Lasten von letzterem. Entweder war der Espresso unterextrahiert, also zu schwach im Geschmack, oder es war einfach zuviel Milch im Spiel. Optisch nicht ästhetisch, aber dennoch appetitlich aussehend - gerade deswagen war es schade, dass der Geschmack eher dünn war. Als sich die Frau am Nachbartisch beschwerte, ihr Milchkaffee sei zu "wassrig", wurde dieser sofort kommentarlos ausgetauscht. Spricht für guten Service, aber schlechte Kaffeegetränke. Hätte ich ebenso machen sollen, aber da war mein Getränk schon weg.

Die 3 Crostini kämpft noch am stärksten um die waren waren knusprig, knackig, frisch. Woher das Olivenöl auf dem Teller kam, erschloss sich mir jedoch nicht. Genausowenig wieso die Crostini auf Roggenbrot serviert wurden. An sich eine schöne Idee, nicht Weißbrot zu benutzten, jedoch für sich war dies keine kluge Wahl. Die jeweiligen Aufstriche - Basilikum, Paprika, Sardellen - schmecken anregend frisch, jedoch wird dieser Eindruck voll und ganz vom Roggenbrot übertönt. Der Basilikumaufstrich kämpfe noch am Besten um Rezeptoren auf der Zunge, verliert dann auch schnell gegen den Roggen. So bleibt von den Aufstrichen nicht viel übrig - schade, denn sie wären an sich sehr lecker gewesen.

Der Besuch dort wird auf kürzere Sicht nicht wiederholt. Sobald aber Sonne und Wärme wieder in München auftauchen, wird auf jeden Fall das Draußensitzen getestet. Wählt man vielleicht Wein, so hätte die GaribaldiBar die Chance, ein sehr relaxter Abend-Hangout zu sein.

Shop : GaribaldiBar - Schellingstraße 60
WWW : www.garibaldibar.de
Location : Google Maps
Datum : 25.01.07 | 13:00 Uhr
Produkt : Cappuccino: 2,40 EUR; 3 Crostini: 3,50 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 6
Ladenlokal : 8
Service : 8
Preis/Leistung : 7
GESAMTWERTUNG : 7.0