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Montag, 11. Juni 2007

Treszn-Curry

Ja, das "Treszn" existiert immernoch und auch die täglich wechselnden "Today's Asia" finden sich nach wie vor auf der Karte.
Sehr schön, ist es doch mal wieder Zeit für einen Food-Test, nämlich ein "Thailändisches Erdnußcurry mit Streifen von der Schweinelende, Bok-Choi, Pilzen, Gemüse, Kokosmilch und Basmatireis", das für 9.50 EUR dem willigen Konsumenten gehört.

Die Bestellung gestaltete sich allerdings etwas tricky, da die diensthabende Bedienung an diesem Abend und diesem Tisch offenbar etwas überfordert war; die Zeitspanne zwischen dem "Ein Weißbier und das Today's Asia" des Kollegen A am Tisch und meinem "Ein Helles und das Today's Asia" hat anscheinend ausgereicht, um den flüchtigen Kurzzeitspeicher der Bedienung auf Masse zu legen und somit zu löschen - sie wußte nicht mehr, was der Kollege A haben wollte. Und angesichts der bis dato noch nicht angekommenen Bestellung der Freundin von Kollege B begann ich mich dann schon zu fragen, was ich wohl nun bekommen würde, und vor allem, *ob*. Denn ich hatte natürlich einen Sonderwunsch : das Essen sollte extra scharf sein!
Ich wies die Bedienung natürlich eindringlich darauf hin, daß ich mit "scharf" auch "scharf" meine und keine Turnbeutelvergesser- und Vorwärtseinparker-Kost erwarte, wie sie meine Oma im Altenheim eingeflößt bekommt. Oh yes! Um eine Analogie für unsere Heavy-Metal-Freunde zu gebrauchen : asiatisches und indisches darf gerne TRUE sein, der Schärfegrad sollte korrespondierend zum Schallpegel eines Motörhead-Konzerts sein, das muß rocken auf der Zunge, da muß Headbanging im Magen sein und überhaupt, wem's zu scharf ist - whimps and posers, leave the hall! Auch wenn ich nicht weiß, ob in der Kantine von Manowar auch so scharf gegessen wird und sich Joey DeMaio vor dem Auftritt Chilis in die Lederuniform packt oder doch lieber gedünstete Scholle mit Weißwein verspeist, und ich auch nicht weiß, was das jetzt eigentlich mit diesem Erdnußcurry hier zu tun hat - ich mag's heiß, auch wenn es bei manchen Gerichten vielleicht für den einen oder anderen eher unpassend erscheinen mag, aber wie gesagt, "whimps and posers..."... :-)

Die Kellnerin guckte etwas irritiert (gut, das bin ich mittlerweile gewohnt) und verzog sich mit der Aussage "Mal sehen, was ich machen kann..." in Richtung Küche. Gut, immernoch besser als "Jaja" oder "Hamma ned!" war die Aussage ja schonmal, also verharrte ich einfach mal in gespannter Erwartung auf das Essen.

Das Tablett wurde dann auch nicht allzulange Zeit später serviert und stand nun vor mir auf dem Tisch. Aha, sah ja nicht schlecht aus - ein Teller mit einer relativ großzügigen Ansammlung von diversen Fleisch- und Gemüsesorten, die in einer curryfarbenen Sauce schwammen, das ganze garniert mit grünem Koriander und einem Blatt einer mir unbekannten Pflanze und serviert mit dem obligatorischen Haufen Basmati-Reis.

Und - JAA! Das hat doch Potential! Anscheinend hat die Kellnerin dem Küchenpersonal klargemacht, daß das Essen TRUE sein soll (okay, dieses Vokabular hat sie höchstwahrscheinlich nicht benutzt, weil das im Zusammenhang mit Essen vermutlich auch kein Schwein tut...außer mir jetzt mal eben ausnahmsweise für diesen Bericht... :-)) - neben dem Tablett mit Erdnußcurry und Reishalbsphäre landete ein kleineres Tablett mit drei verheißungsvoll aussehenden Schälchen auf dem Tisch. Im einen fand sich einige kleingeschnittene frische Chilis, im nächsten eine Chilipaste (vermutlich Sambal Oelek) und im dritten eine süßsaure Universalsauce, die allerdings auf der Schärfeskala im "nicht meßbar"-Bereich rangierte. Das ist durchaus ein guter Service des Tresznjewski, schließlich ist das gratis und ohne zu maulen erfüllter Extrawunsch, und für einen deutschen Dienstleistungsbetrieb ist das schon einigermaßen beachtlich - also auf zum Geschmackstest.

Zuerst mal der Biß in die Botanik - mhm...keine Ahnung, wo dieses grüne Blatt herkommt, schmeckte aber nicht schlecht.
Gut, dann mal der Griff zur Gabel (auch wenn es mit Stäbchen stilechter gewesen wäre, aber zwischen der Absicht und der Realisierung steht da bislang noch das Können) und das eigentliche Curry probiert. Hmm! Lecker, das Schweinefleisch hat Biß, ist aber nicht zäh. Die Pilze, der Bok-Choi (Chinesischer Weißkohl) und das sonstige Gemüse waren auch al dente und schmeckten danach, wonach sie schmecken sollten. Der Staudensellerie war zwar auch gut, aber da ich von selbigem kein großer Fan bin, war mir das relativ egal. Die Sauce schmeckte leicht nach Kokosmilch, allerdings nicht zu penetrant - gab zusammen mit dem Curry, dem leichten Erdnußgeschmack und den restlichen Gewürzen eine gute Figur ab.

Soweit so gut, nun hatte ich von allem mal etwas im Auslieferungszustand probiert. Geschmacklich prima, aber irgendwie war da ein Punkt auf der geistigen Checkliste noch nicht abgehakt...ja, richtig, ich hatte das Zeug doch explizit SCHARF bestellt?! TRUE eben! Allerdings hätte das, was ich bis dato probiert habe, auf den Schärfeindex bezogen bequem als Babynahrung fungieren können - die Hitzerezeptoren auf der Zunge waren schon längst in die Kältestarre gefallen, das war doch nicht True, ich mußte an einen Heavy-Metal-Anhänger denken, der headbangend und dann mit zunehmend ratlosem Gesichtsausdruck vor Omas dudeldem Kofferradio steht (auch wenn das vollkommener Blödsinn ist und mir dieses dusselige Bild erst während des Schreibens dieses Berichts eingefallen ist).
Aber gut, wofür stand denn da das Extra-Tablett mit den Chili-Schälchen - mit wenigen Handgriffen waren die frischen Chilis und das Sambal Oelek in dem Erdnußcurry verschwunden und das ganze gut durchgerührt. Die Sauce bekam eine deutliche Farbabweichung ins rötliche.

Nach ca. 2 Minuten probierte ich das aufgemotzte Curry - ah ja, jetzt hatte das ganze schon mal etwas mehr Bums, war leicht scharf und eigentlich für ein solches Gericht in Ordnung, das chilitechnisch gesehen leider ein systemimmanentes Problem hat : die Kokosmilch wäscht durch ihren Fettgehalt einiges von der Schärfe sofort wieder weg, so daß man schon deutlich mehr Chilis hätte verwenden müssen, oder zu Schärfe-Doping wie Vicious Vampire oder dgl. hätte greifen müssen, aber okay - das Tresznjewski ist kein Indisches Restaurant, das dem Chili-Aficionado auch schonmal getrocknete Höllen-Chilis in Öl auf den Tisch stellt, also geht das schon in Ordnung - für die meisten Treszn-Gäste wäre das Gericht vermutlich auch schon im Ausgangszustand scharf genug gewesen und sie wären bei der "True"-Version mit Beimischung von zahlreichen Habaneros oder ein paar Spritzern Vicious-Vampire-Sauce vermutlich spontan ins Koma gefallen.

Die Menge war anständig, zusammen mit dem Reis war man hinterher doch ziemlich satt; einzig die Temperatur des Currys hätte ruhig etwas höher liegen dürfen, was dem Geschmack aber keinen Abbruch tat - es schmeckte trotzdem lecker. Der Preis geht mit 9,50 EUR auch in Ordnung (jedenfalls für das Münchner Preisniveau), es sollen ja auch ordentliche und möglichst frische Zutaten verarbeitet werden und nicht die Rückstände aus dem Grobrechen der städtischen Kläranlage.

Fazit : Prima Essen, an dem nichts auszusetzen war; Bonuspunkt für den Service hinsichtlich des Chili-Tabletts, Maluspunkt für die etwas vergeßliche Bedienung. Im "Treszn" kann man nach sich nach wie vor nicht nur die Birne zuschütten, sondern auch gut essen. Auch wenn es nicht immer richtig TRUE ist. ;-)
Shop : Brasserie Tresznjewksi - Theresienstraße 72
WWW : http://www.tresznjewski.de/
Location : Google Maps
Datum : 31.05.07 | 22:00 Uhr
Produkt : Thailändisches Erdnußcurry mit Streifen von der Schweinelende, Bok-Choi, Pilzen, Gemüse, Kokosmilch und Basmatireis; 9,50 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 9
Ladenlokal : 9
Service : 8
Preis/Leistung : 8
GESAMTWERTUNG : 8.5

Donnerstag, 8. Februar 2007

Das Moosacher

Mal wieder Zeit für einen Brottest, diesmal von der Bäckerei Ziegler, einer Münchner Traditionsbäckerei mit immerhin 16 Filialen in und um die City, incl. dem Stammhaus in Moosach, was auch als Erklärung dafür herhalten kann, daß sich das heute gekaufte Brot schlicht "Moosacher" nennt.

Dieses Brot ist offensichtlich ein Weizen-Roggen-Mischbrot mit einer relativ dünnen, aber crunchigen Kruste und lockerer Krume, was dem Brot etwas die Festigkeit nimmt und es daher ziemlich elastisch ist, aber durchaus noch im Rahmen. Über die Inhaltsstoffe kann ich nichts sagen, da ich zum einen nicht danach gefragt habe, und zum anderen, weil die Website der Bäckerei Ziegler mit Detailinformationen über ihre Produkte auch sehr sparsam umgeht.
Naja, hilft nur der Geschmackstest...ja, schmeckt gut, eine Spur Brotgewürz macht sich bemerkbar, aber nicht zu aufdringlich. Die Konsistenz ist mir persönlich etwas weich, aber okay, nicht jedes Brot ist so ein wuchtiger Monolith wie eines von der Hofpfisterei; die Kruste ist trotzdem crunchy und der Geschmack insgesamt nicht zu penetrant und nicht zu fad - genau richtig. Der Preis ist mit 2.15 EUR für 500g auch in Ordnung, für Münchner Verhältnisse jedenfalls, und außerdem fließt die Kohle ja auch in den Münchner Mittelstand, also okay. :-)

Zum Ladengeschäft in der Görresstraße kann man eigentlich nicht viele Worte verlieren; macht einen gepflegten Eindruck, das Personal ist freundlich und die in der Theke liegenden Backwaren sehen ansprechend und nicht alt und runzelig aus. So soll's sein.

Fazit : das "Moosacher" ist ein ordentliches Mischbrot, das zwar etwas weich daherkommt, aber trotzdem gut schmeckt. Paßt gut unter Frischwurst oder Streichwurst.

Shop : Bäckerei Ziegler, Filiale Görresstr. 13
WWW : www.baeckerei-ziegler.de
Location : Google Maps
Datum : 08.02.07 | 15:30 Uhr
Produkt : Moosacher; 500g, 2.15 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 8
Ladenlokal : 7
Service : 9
Preis/Leistung : 8
GESAMTWERTUNG : 8.0

Freitag, 26. Januar 2007

Tresznjewski, die 2te - Today's Asia

So, und damit die untenstehende Treszn-Nudelsuppe nicht so alleine in der Gegend rumsteht, gibt's hier noch einen Nachtrag zu einem Gericht, das sich gestern ebenfalls auf der Tageskarte fand, den schönen Titel "Today's Asia : Putenbruststreifen mit knackigem Gemüse, Koriander, Zitronengras in Austernsauce, dazu gedämpften Reis" trug und 9,80 Mäuse kosten sollte.

Auch wenn man vielleicht nicht vermuten möchte, das man im "Treszn" gut essen kann - man kann es trotzdem, und da ich das weiß, habe ich gestern gleich mal das als "Today's Asia" auf der Karte bezeichnete Gericht bestellt.
Auf den Tisch kamen dann nach nicht allzulanger Wartezeit zwei Teller, einer mit einem halbsphärischen Basmatireis-Haufen, der andere gut gefüllt mit einer Menge Putenfleisch, viel Gemüse, das Ganze in einer suppenartigen Sauce und mit gehacktem grünen Koriander oben drauf. Ah ja, ist immerhin schon mal das, was auf der Speisekarte versprochen wurde. Schreiten wir zur Tat und probieren das schon mal lecker aussehende und riechende Etwas auf dem Teller mal.

Der erste Löffel wanderte in die Futterluke...ja...da vermißte ich doch gleich etwas. Nicht am Geschmack als solches, der war wirklich gut, das Fleisch nicht zäh, das Gemüse nicht zerkocht wie in Omas Kohlsuppe, die einzelnen Zutaten geschmacklich noch unterscheidbar...nein, es fehlt eindeutig die SCHÄRFE! Obwohl ich das ganze schon als "richtig scharf" bestellt hatte, wollte die Schärfe da irgendwie nicht wirklich rauskommen. Okay, kein Problem, die nette (aber irgendwie etwas beunruhigt guckende) Kellnerin um ein Nachschärf-Set gebeten, was sie kurz darauf auch in Form einer ca. 50cm hohen Gewürzmühle mit getrockneten Chilis an den Tisch brachte.

Crunch...crunch...der Output der Mühle war etwas dünn für den vollen Chili-Genuß, und bevor ich mir eine Sehnenscheidenentzündung herbeidrehte, wurde doch einfach mal unbürokratisch der Deckel abgeschraubt und die Chiliflocken direkt auf den Teller gekippt. Nochmal probieren...gut, das würde der ein oder andere jetzt sicher schon als scharf bezeichnen (oder wären schon bei der für meinen Geschmack viel zu milden Ausgangsversion kaputtgegangen), hat ja auch durchaus schon eine gewisse Würze, aber irgendwie fehlte da einfach noch der Biß, dieser Chili-Flash, der die Nasen-Sekretion anregt, und so eine richtig schöne Feuerspur in den Magen zieht. Das arme Kellner-Mädel sah schon irgendwie etwas ratlos aus (vielleicht war's auch nur Angst), brachte dann aber zu meinem Erstaunen und Erfreuen ein kleines Tablett mit drei Schälchen. Im einen war eine Chilisauce (l.) (nicht scharf, schön süß-sauer-fruchtig), im zweiten getrocknete Chilis (m.) und im dritten frische Chilis (r., bereits geleert)! Das finde ich wirklich mal einen guten Service!
Hey, da geht doch mal was! Also gleich rein mit den Babys, ein bißchen durchziehen lassen und nochmal probieren...aaah! Jetzt kriegt das ganze mal etwas Feuer. Okay, noch ausbaufähig, aber dafür, daß das Tresznjewski eigentlich nicht auf scharfe Küche spezialisiert ist, ist das wirklich in Ordnung.

Das Tagesgericht schmeckte alles in allem einfach klasse; das Putenfleisch nicht zäh, das Gemüse war schön bißfest und die Austernsauce hatte einen hübschen, leichten Fisch-Touch. Der Reis hätte allerdings etwas heißer sein können, aber zu niedrige Temperatur auf der einen Seite läßt sich ja mit zusätzlichem Chili auf der anderen Seite wieder ausgleichen. Der Preis für das ganze ist angemessen und der Service war auch prima; Fazit : guad war's!

Shop : Brasserie Tresznjewski, Theresienstr. 72
WWW : www.tresznjewski.de
Location : Google Maps
Datum : 25.01.07 | 20:00 Uhr
Produkt : Today's Asia
Rating [0..10]
Qualität : 10
Ladenlokal : 8
Service : 9
Preis/Leistung : 9
GESAMTWERTUNG : 9.2

Solnhofener Klosterbrot

Eine vielleicht nicht so ganz bekannte Bäckerei, die sich da in der Augustenstraße in München findet. "Solnhofener Klosterbrot" steht da in Frakturschrift auf dem Schild. Aha. Schon x-mal vorbeigedackelt, aber nie gesehen, wie so oft. Zeit, sich diesen unbekannten Brotladen mal näher anzusehen.

Sieht ziemlich unspektakulär aus; gefühlte Größe irgendwo zwischen Telefonzelle (ja, liebe Kinder, das waren die gelben Boxen mit dem Posthorn drauf, die eure Vorfahren benutzen mußten, als es Handys nur im 20kg C-Netz-Festeinbauset gab; dafür gab's aber auch noch kein Jamba-Lifetime-Abo, das einen ewig an den kostenpflichtigen Bezug von irgendwelchen Furzgeräuschen fesselt) und...äh...zwei Telefonzellen. Was soll's, Hauptsache, das Brot schmeckt.

Der Laden sieht halt aus, wie man es von einer Backwarenverkaufsstelle erwarten möchte; Brotregal, Theke mit Gebäck, etc. Personell fährt man hier eher auf Sparflamme, eine einzige Angestellte ist zu finden, was aber wahrscheinlich auch ausreichend ist - viel los ist in dem Laden eigentlich nie. Das ist eigentlich nicht ganz nachvollziehbar, schmeckt doch das Brot - das Solnhofener Klosterbrot - wirklich gut, kann sogar mit den Pfister-Broten mithalten. Das Brot gibt es auch noch mit Sonnenblumenkernen und in anderen Geschmacksrichtungen, die ich aber bis dato nicht getestet habe. Desweiteren gibt's auch noch diverse süße Sachen und sonstige Backwaren, die ich aber auch noch nicht getestet habe.

Fazit : Super Brot, schmeckt gut, fertig.

Shop : Solnhofener Klosterbrot, Filiale Augustenstr. 90
WWW : www.solnhofenerklosterbrot.com
Location : Google Maps
Datum : 23.01.07 | 13:00 Uhr
Produkt : Klosterbrot; 500g, 1,65 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 10
Ladenlokal : 7
Service : 9
Preis/Leistung : 9
GESAMTWERTUNG : 9.0

Tresznjewski - Theresienstraße 72

Die Tageskarte in der Brasserie Tresznjewski bot wie immer die Standards an: ein Wok-Gericht, experimentierfreudige Nudeln und das Ramen. Letzteres wurde gewählt: Teriyaki Beef & Tofu Ramen. Ein Ramen mag zwar eine Suppe sein, aber ist keinesfalls "bloß eine Suppe", die mit 9,20 EUR dann eher teuer anmuten würde. Der Hinweis in der Karte, dass es sich dabei um eine "traditionelle große japanische" Suppe handelt, ist weitestgehend treffend. Lediglich das erste Adjektiv ist nicht ganz präzise: Ramen ist noch nicht so lange in der japanischen Küche beheimatet. Erst mit der Meiji-Ära ab der Mitte des 19. Jahrhunderts fand sich das eigentlich chinesische Gericht auf der Insel wieder. Fleisch wurde bis dahin fast nicht in der japanischen Küche verwendet; Fisch, Meeresfrüchte und Gemüse dominierte.

Das Schlechte am Essen zuerst: Zum einen hätte das ganze Gericht um einiges heißer sein dürfen, denn der Verzehr dieser Menge von Suppe, Nudeln und Fleisch zieht sich immer in die Länge. Die letzten Löffelungen waren daher eher kühl, was das Essvergnügen untergräbt. Zum anderen waren die Udon-Nudeln überkocht und zu weich. Aber gut. Das Positive überwog wiedermal eindeutig. Das Rindfleisch war von guter Qualität, mit festem, nicht zähem Biss. Gleiches gilt für den Chinakohl, die Pilze und die Nori-Algen. Der Teriyaki-Geschmack war dezent im Hintergrund. Letztere waren aber eher spärlich vorhanden.

Das Ramen bestätigt ein weiteres Mal, dass sich im "Treszn" einfach solide essen kann.

Shop : Brasserie Tresznjewksi - Theresienstraße 72
WWW : http://www.tresznjewski.de/
Location : Google Maps
Datum : 25.01.07 | 20:00 Uhr
Produkt : Teriyaki Beef & Tofu Ramen: 9,20 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 9
Ladenlokal : 9
Service : 8
Preis/Leistung : 8
GESAMTWERTUNG : 8.5