Mittwoch, 31. Januar 2007

Pasta e Basta - Fraunhhoferstraße 19

Mangelt es dem Rezensenten an Kreativität, wenn er einer anderen Essenskritik einfach voll zustimmt? Bei MünchenWiki findet sich ein voll und ganz akkurater Eintrag. Es wurde eine Pizza Diavola gegessen, was anders ist als im MünchenWiki-Artikel. Aber okay. Pizza war wesentlich besser, als man es zu solch einem Preis vermuten könnte, einem, der fast das Dumping-Preisniveau erreicht. Sehr knusprig, vernünftig "teuflisch" (a.k.a. scharf). Sehr gelungene einfache Pizza. Enough said. Dann braucht man nicht meckern. Der San Pellegrino war ebenso gut, aber das ist nicht der Verdienst von Pasta e Basta.

Jedoch war der Laden nervig verraucht trotz hoher Decke. Das konnte auch die überproportional hohe Anzahl überdurchschnittlich dezent attraktiver Frauen nicht kompensieren. Beim Verlassen lief ein Kellner hinterher, riss die Tür auf, "Müsse lüften! Zu warm da drinne....," woraufhin der Rezensent meinte, dass der Rauch das größere Problem sei. Der Kellner erwiderte mit einem unverständlichen Satzfragment: "Tja, müsse die Türe..." - und wieder drinnen war er. Das war bizarr. Aber das Problem scheint erkannt zu sein.
Shop : Pasta e Basta, Fraunhoferstraße 19
WWW : keine Website
Location : Google Maps
Datum : 30.01.07 | 18:30 Uhr
Produkt : Pizza Diavola, ca. 5,95 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 8
Ladenlokal : 6.5
Service : 6.5
Preis/Leistung : 8.5
GESAMTWERTUNG : 7.5

Dienstag, 30. Januar 2007

World Wide Food - Edition Sansibar

"Mama, wo kommen denn die Nelken her?" Eltern tun sich sicher ebenso schwer, diese Frage vernünftig (und ohne Gesichtsröte) zu beantworten wie die nach der Herkunft der Kinderlein. Eine korrekte Antwort wäre Sansibar, wie bei Spiegel Online zu lesen ist. Die autonome Region Tansanias ist der weltweit größte Exporteur von Nelken.

Der Artikel beschreibt weiterhin die anscheinend allgegenwärtigen Gewürze:
[Herrn] Mitus Wissen ist vergleichbar mit dem einer europäischen Kräuterhexe. Er kennt die Wirkungen aller Gewürze und Gewächse der Insel. Henna für die Haare, Papayasamen gegen Verstopfung, Muskatnuss als Aprodisiakum [sic!], Ingwer gegen Reisekrankheit oder Zitronengras für Verdauungsprobleme. All diese Gewächse gedeihen an Bäumen oder wurzeln unter der Erde. [...] so bleiben die Eindrücke von Sansibar im Gedächtnis. Kardamom im Kaffee, Kokos in den Garnelen, Kurkuma an den Bohnen, Nelken im Reis, Pfeffer im Tee - die Einwohner dieser Insel haben ein Rezept, Alltägliches zu verfeinern.


Opodo sagt mir, dass ein Flug dorthin ca. einen Tausender kosten würde.

Das (spanische) Wort des Tages...

Dictionary.com, beste Ressource für magisterarbeit-auf-englisch-schreibende Menschen, liefert das Spanish Word of the Day. Heute (30.1.2007): cafetero. In Klinsmann'scher Parlance ist dies ein Mensch, "der wo" Kaffee anbaut und somit essentiell zum Funktionieren des Tages für Millionen beiträgt. Cafetero kann als Substantiv benutzt werdeb, ist aber adjektivistisch anwendbar: la zona cafetera colombiana.

Der kleine Begleitartikel erwähnt auch, dass Kaffee ursprünglich aus der Gegend Äthiopiens kommt (also evtl. auch aus Somalia und Eritrea). Im 18. Jahrhundert, so wird vermutet, brachten katholische Missionare die Kaffeepflanze - un cafeto zu Spanisch - nach Lateinamerika. Mehr dazu gibt's in Stewart Lee Allens Buch, The Devil's Cup, welches recht informativ, aber doch oftmals zu langatmig ist.

Montag, 29. Januar 2007

Erst der Koch, dann der Bartender

Nach dem Interview mit Charles Schumann darf nun Stefan Gabányi in der Süddeutsche erscheinen (note to myself: die SZ verdient es nicht, in zwei aufeinander folgenden Posts erwähnt zu sein). Gabányi, Autor des Whisk(e)y-Lexikons und Getränke-Chief im Schumann's, schreibt eine kurze Kulturgeschichte des Martini (und etwas auch des Wodkas). Etliche hübsche Bonmots gibt's auch, wie z.B.: "Da erfordert es Mut, einen Jack Daniel’s auf Eis zu nehmen, und wenn Sie dann noch eine Cola dazu bestellen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn jemand fragt, wann ihre letzte S-Bahn fährt."

Sonntag, 28. Januar 2007

Schumann spricht

Die Süddeutsche hat ein Interview mit Charles Schumann online. Wie alle Interviews mit Schumann, die ich kenne, sind seine Aussagen eher etwas erratisch, aber irgendwie doch unterhaltsam. Mein Lieblingssatz:
Damals tranken die Filmleute und Journalisten, die gerne zu mir kamen, noch heftig. Heute reden und schreiben sie nur noch übers Trinken, trinken aber nicht.

Bei Wikibooks gibt's ein Rezept von Schumann, den Leichtmatrosen.

Freitag, 26. Januar 2007

Der Feinschmecker und Miami...

Autorin Deborah Knür weist in einem charmanten Artikel in der Februar Ausgabe des Feinschmecker über die neue, junge Florida-Küche mehrmals auf die allgegenwärtige Sexiness dort hin:
Der Barkeeper mixt die ersten mojitos, die Musik verstößt längst gegen die Lärmschutzverordnung und so manche Dekollete gegen die guten Sitten. [...] Und im angesagten "Blue Door" des schicken Designhotels "Delano", wo Sonnenbrillen und Gucci-Taschen der weiblichen Gäste beim Lunch auf der Terrasse fast mehr verdecken alsm die Miniröcke [...] Aber auch die südamerikanischen ceviches sind allgegenwärtig und beliebt beim körperbewussten Publikum, das seine sportlich (oder chirurgisch) modellierten Kurven jeden Morgen beim Joggen am Strand präsentiert. [...] Es ist nach Mitternacht, das Verkehrschaos am Ocean Drive hat sich gelegt, die atemberaubenden Dekolletes sind zum Tanzen in die Clubs gezogen.
Mehr zu ceviches gibt's hier. Es ist schon wieder vier Jahre her, seit ich in Florida war...

Tresznjewski, die 2te - Today's Asia

So, und damit die untenstehende Treszn-Nudelsuppe nicht so alleine in der Gegend rumsteht, gibt's hier noch einen Nachtrag zu einem Gericht, das sich gestern ebenfalls auf der Tageskarte fand, den schönen Titel "Today's Asia : Putenbruststreifen mit knackigem Gemüse, Koriander, Zitronengras in Austernsauce, dazu gedämpften Reis" trug und 9,80 Mäuse kosten sollte.

Auch wenn man vielleicht nicht vermuten möchte, das man im "Treszn" gut essen kann - man kann es trotzdem, und da ich das weiß, habe ich gestern gleich mal das als "Today's Asia" auf der Karte bezeichnete Gericht bestellt.
Auf den Tisch kamen dann nach nicht allzulanger Wartezeit zwei Teller, einer mit einem halbsphärischen Basmatireis-Haufen, der andere gut gefüllt mit einer Menge Putenfleisch, viel Gemüse, das Ganze in einer suppenartigen Sauce und mit gehacktem grünen Koriander oben drauf. Ah ja, ist immerhin schon mal das, was auf der Speisekarte versprochen wurde. Schreiten wir zur Tat und probieren das schon mal lecker aussehende und riechende Etwas auf dem Teller mal.

Der erste Löffel wanderte in die Futterluke...ja...da vermißte ich doch gleich etwas. Nicht am Geschmack als solches, der war wirklich gut, das Fleisch nicht zäh, das Gemüse nicht zerkocht wie in Omas Kohlsuppe, die einzelnen Zutaten geschmacklich noch unterscheidbar...nein, es fehlt eindeutig die SCHÄRFE! Obwohl ich das ganze schon als "richtig scharf" bestellt hatte, wollte die Schärfe da irgendwie nicht wirklich rauskommen. Okay, kein Problem, die nette (aber irgendwie etwas beunruhigt guckende) Kellnerin um ein Nachschärf-Set gebeten, was sie kurz darauf auch in Form einer ca. 50cm hohen Gewürzmühle mit getrockneten Chilis an den Tisch brachte.

Crunch...crunch...der Output der Mühle war etwas dünn für den vollen Chili-Genuß, und bevor ich mir eine Sehnenscheidenentzündung herbeidrehte, wurde doch einfach mal unbürokratisch der Deckel abgeschraubt und die Chiliflocken direkt auf den Teller gekippt. Nochmal probieren...gut, das würde der ein oder andere jetzt sicher schon als scharf bezeichnen (oder wären schon bei der für meinen Geschmack viel zu milden Ausgangsversion kaputtgegangen), hat ja auch durchaus schon eine gewisse Würze, aber irgendwie fehlte da einfach noch der Biß, dieser Chili-Flash, der die Nasen-Sekretion anregt, und so eine richtig schöne Feuerspur in den Magen zieht. Das arme Kellner-Mädel sah schon irgendwie etwas ratlos aus (vielleicht war's auch nur Angst), brachte dann aber zu meinem Erstaunen und Erfreuen ein kleines Tablett mit drei Schälchen. Im einen war eine Chilisauce (l.) (nicht scharf, schön süß-sauer-fruchtig), im zweiten getrocknete Chilis (m.) und im dritten frische Chilis (r., bereits geleert)! Das finde ich wirklich mal einen guten Service!
Hey, da geht doch mal was! Also gleich rein mit den Babys, ein bißchen durchziehen lassen und nochmal probieren...aaah! Jetzt kriegt das ganze mal etwas Feuer. Okay, noch ausbaufähig, aber dafür, daß das Tresznjewski eigentlich nicht auf scharfe Küche spezialisiert ist, ist das wirklich in Ordnung.

Das Tagesgericht schmeckte alles in allem einfach klasse; das Putenfleisch nicht zäh, das Gemüse war schön bißfest und die Austernsauce hatte einen hübschen, leichten Fisch-Touch. Der Reis hätte allerdings etwas heißer sein können, aber zu niedrige Temperatur auf der einen Seite läßt sich ja mit zusätzlichem Chili auf der anderen Seite wieder ausgleichen. Der Preis für das ganze ist angemessen und der Service war auch prima; Fazit : guad war's!

Shop : Brasserie Tresznjewski, Theresienstr. 72
WWW : www.tresznjewski.de
Location : Google Maps
Datum : 25.01.07 | 20:00 Uhr
Produkt : Today's Asia
Rating [0..10]
Qualität : 10
Ladenlokal : 8
Service : 9
Preis/Leistung : 9
GESAMTWERTUNG : 9.2

Pferdemetzgerei Kaspar Wörle, Viktualienmarkt

"Genier' dich nicht, tritt ruhig ein, das Pferd ist reiner als das Schwein", so steht's geschrieben an der Ladentür, also zu Deutsch : "Friß Roß, das scheißt sich wenigstens nicht voll!" Warum auch nicht, schließlich schmeckt's gut, ist fettärmer als seine sich in der eigenen Gülle suhlenden Kollegen aus der Borstenvieh-Fakultät und der BSE-Abteilung, und dank Eigenschlachtung und Verwendung von nicht extra zur Verwurstung mit tonnenweise Hormonen hochgezüchteten Tieren ist's sogar noch was für die Gesundheit. Mit dem Spruch können allerdings viele Passanten rein gar nichts anfangen, um die Eingangstür herum hört man häufig gegrummelte bis lautstark geschimpfte Kommentare der netten Menschen über die Pferdemetzgerei, vom harmlosen "Also sowas! Das is' ja wohl..." bis zu "So eine Sauerei! Pferdewurst! Die sollte man doch, also wirklich...pfui Teufel! PFUI!", inklusive erhöhtem Blutdruck und giftigen Blicken für den soeben den Laden verlassenden Kunden, den der ungefragt meckernde Passant wohl am liebsten für diese Freveltat lebenslang in ein ungeheiztes sibirisches Zuchthaus schmeißen würde.

Wenn die sich ihrer uninteressanten Meinung entledigt habenden Mitbürger(?) die verwursteten Gäule wenigstens mal probieren würden, bevor sie ihre geistigen Blähungen ablassen, dann würden sie erstens zumindest mal für einige Sekunden aufhören zu meckern und zweitens vielleicht merken, daß sie nichts merken. Wer Pferdefleisch/-wurst nicht kennt, könnte es beim ersten Probieren für ein fettreduziertes Rind- oder Wild-Erzeugnis halten, obwohl es dennoch einen ganz eigenen Geschmack hat, der allerdings etwas schwierig zu beschreiben ist. Jedenfalls schmeckt das Zeug richtig lecker, nicht nach haufenweise Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln. Der Qualität und dem Geschmack kommt auch zugute, daß die verwendeten Pferde nicht für die Wurstproduktion gezüchtet und entsprechend mit irgendwelchen Friß-dich-schnell-fett-Mittelchen vollgestopft werden, sondern meist ausgediente Reitgäule verarbeitet werden.

Dieses mal gab es Salami (l.), Rohschinken (r.), Wiener, Feine Mettwurst, Leberkas und Paprikawurst; schmeckte alles wie immer hervorragend. Die Mettwurst hat (auch absolut gesehen) wenig Fett, so daß sie zwar weniger "streichfähig" ist als beispielsweise das Pendant von Rügenwalder, aber schmeckt trotzdem klasse. Die anderen Produkte sind auch, wie immer, von guter Qualität und gutem Geschmack. Der einzige Wermutstropfen der Pferdemetzgerei Wörle ist, daß die ganzen guten Sachen nicht immer alle verfügbar sind; manche Würste, wie z.B. die Mettwurst, werden im Somme in aller Regel nicht verkauft, oder sind das ganze Jahr über nur selten erhältlich, wie die Fohlen-Weißwurst, die mangels Fohlen nicht so oft und dann auch nur in relativ geringer Menge in der Theke liegt. Letzteres gilt eigentlich für das ganze Sortiment - in Massen von Wurst blickt der Kunde nicht, was aber auch völlig in Ordnung und besser ist, als ein Riesenangebot zu haben, bei dem die Qualität bei der Produktion auf der Strecke geblieben ist. Natürlich kann der hungrige Kunde sich auch hier gleich im Laden den Bauch vollhauen; es gibt meistens Leberkassemmeln und die "berühmten" Pferdeknacker, die man gleich an einem der Stehtische essen kann und die ebenfalls spitze sind.

Das Personal ist auch stets freundlich, und als Zuckerl gibt's jedes Jahr vor Weihnachten für jeden Kunden eine "Weihnachtswurst", was schonmal eine Kochsalami war oder (wie letztes Jahr) ein Paar Weißwürste (die beim Pferd eher Hellgrauwürste heißen müßten). Nette Sache, bei mir hat die Kundenbindung jedenfalls funktioniert... :)

Shop : Pferdemetzgerei Kaspar Wörle, Viktualienmarkt
WWW : www.pferdemetzgereiwoerle.de
Location : Google Maps
Datum : 19.01.07 | 15:00 Uhr
Produkte : Salamiaufschnitt, Feine Mettwurst, Rohschinken, Wiener, Leberkas, Paprikawurst
Rating [0..10]
Qualität : 10
Ladenlokal : 7
Service : 9
Preis/Leistung : 10
GESAMTWERTUNG : 9.2

Solnhofener Klosterbrot

Eine vielleicht nicht so ganz bekannte Bäckerei, die sich da in der Augustenstraße in München findet. "Solnhofener Klosterbrot" steht da in Frakturschrift auf dem Schild. Aha. Schon x-mal vorbeigedackelt, aber nie gesehen, wie so oft. Zeit, sich diesen unbekannten Brotladen mal näher anzusehen.

Sieht ziemlich unspektakulär aus; gefühlte Größe irgendwo zwischen Telefonzelle (ja, liebe Kinder, das waren die gelben Boxen mit dem Posthorn drauf, die eure Vorfahren benutzen mußten, als es Handys nur im 20kg C-Netz-Festeinbauset gab; dafür gab's aber auch noch kein Jamba-Lifetime-Abo, das einen ewig an den kostenpflichtigen Bezug von irgendwelchen Furzgeräuschen fesselt) und...äh...zwei Telefonzellen. Was soll's, Hauptsache, das Brot schmeckt.

Der Laden sieht halt aus, wie man es von einer Backwarenverkaufsstelle erwarten möchte; Brotregal, Theke mit Gebäck, etc. Personell fährt man hier eher auf Sparflamme, eine einzige Angestellte ist zu finden, was aber wahrscheinlich auch ausreichend ist - viel los ist in dem Laden eigentlich nie. Das ist eigentlich nicht ganz nachvollziehbar, schmeckt doch das Brot - das Solnhofener Klosterbrot - wirklich gut, kann sogar mit den Pfister-Broten mithalten. Das Brot gibt es auch noch mit Sonnenblumenkernen und in anderen Geschmacksrichtungen, die ich aber bis dato nicht getestet habe. Desweiteren gibt's auch noch diverse süße Sachen und sonstige Backwaren, die ich aber auch noch nicht getestet habe.

Fazit : Super Brot, schmeckt gut, fertig.

Shop : Solnhofener Klosterbrot, Filiale Augustenstr. 90
WWW : www.solnhofenerklosterbrot.com
Location : Google Maps
Datum : 23.01.07 | 13:00 Uhr
Produkt : Klosterbrot; 500g, 1,65 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 10
Ladenlokal : 7
Service : 9
Preis/Leistung : 9
GESAMTWERTUNG : 9.0

Tresznjewski - Theresienstraße 72

Die Tageskarte in der Brasserie Tresznjewski bot wie immer die Standards an: ein Wok-Gericht, experimentierfreudige Nudeln und das Ramen. Letzteres wurde gewählt: Teriyaki Beef & Tofu Ramen. Ein Ramen mag zwar eine Suppe sein, aber ist keinesfalls "bloß eine Suppe", die mit 9,20 EUR dann eher teuer anmuten würde. Der Hinweis in der Karte, dass es sich dabei um eine "traditionelle große japanische" Suppe handelt, ist weitestgehend treffend. Lediglich das erste Adjektiv ist nicht ganz präzise: Ramen ist noch nicht so lange in der japanischen Küche beheimatet. Erst mit der Meiji-Ära ab der Mitte des 19. Jahrhunderts fand sich das eigentlich chinesische Gericht auf der Insel wieder. Fleisch wurde bis dahin fast nicht in der japanischen Küche verwendet; Fisch, Meeresfrüchte und Gemüse dominierte.

Das Schlechte am Essen zuerst: Zum einen hätte das ganze Gericht um einiges heißer sein dürfen, denn der Verzehr dieser Menge von Suppe, Nudeln und Fleisch zieht sich immer in die Länge. Die letzten Löffelungen waren daher eher kühl, was das Essvergnügen untergräbt. Zum anderen waren die Udon-Nudeln überkocht und zu weich. Aber gut. Das Positive überwog wiedermal eindeutig. Das Rindfleisch war von guter Qualität, mit festem, nicht zähem Biss. Gleiches gilt für den Chinakohl, die Pilze und die Nori-Algen. Der Teriyaki-Geschmack war dezent im Hintergrund. Letztere waren aber eher spärlich vorhanden.

Das Ramen bestätigt ein weiteres Mal, dass sich im "Treszn" einfach solide essen kann.

Shop : Brasserie Tresznjewksi - Theresienstraße 72
WWW : http://www.tresznjewski.de/
Location : Google Maps
Datum : 25.01.07 | 20:00 Uhr
Produkt : Teriyaki Beef & Tofu Ramen: 9,20 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 9
Ladenlokal : 9
Service : 8
Preis/Leistung : 8
GESAMTWERTUNG : 8.5

GaribaldiBar - Schellingstraße 60

Der Namenspatron dieser kleinen, feinen Bar in der Schellingstraße wollte sein Sterbebett in Richtung des "smaragdgrünen" und "saphirblauen" Meers aufgestellt haben; seine Kämpfe um die italienische Staatseinigung focht er und seine Leute in roten Hemden. Von diesen Farben ist in der GaribaldiBar wenig übrig. Obwohl der Laden im Sommer sicherlich um einiges lebendiger sein muss, wenn die hohen Glastüren offen sind und draußen ebenso Menschen sitzen, so wirkt das etwas kühle Innere mit der metallverkleideten Bar und den großen Weißflächen dennoch freundlich: die eine Wand reiht eine Unmenge an Weinflaschen auf, eine italo-germanisch-bayrische Geräuschkulisse belebt den Raum, ein Flachbildfernseher läuft gänzlich unterfordert, denn der kann sicher mehr, also lediglich die Tagesweine aufzulisten, und die Vitrine am Eingang mit den dolci, panini und tramezzini löst Pavlov'sche Reflexe aus.

Während die Bar hellleuchtend sympathisch erscheint, enttäuscht der Cappuccino (was vermutlich nicht daran liegt, dass er unitalienischerweise später als 11 Uhr getrunken wurde). Das Verhältnis von Milch und Milchschaum zu Espresso geht deutlich zu Lasten von letzterem. Entweder war der Espresso unterextrahiert, also zu schwach im Geschmack, oder es war einfach zuviel Milch im Spiel. Optisch nicht ästhetisch, aber dennoch appetitlich aussehend - gerade deswagen war es schade, dass der Geschmack eher dünn war. Als sich die Frau am Nachbartisch beschwerte, ihr Milchkaffee sei zu "wassrig", wurde dieser sofort kommentarlos ausgetauscht. Spricht für guten Service, aber schlechte Kaffeegetränke. Hätte ich ebenso machen sollen, aber da war mein Getränk schon weg.

Die 3 Crostini kämpft noch am stärksten um die waren waren knusprig, knackig, frisch. Woher das Olivenöl auf dem Teller kam, erschloss sich mir jedoch nicht. Genausowenig wieso die Crostini auf Roggenbrot serviert wurden. An sich eine schöne Idee, nicht Weißbrot zu benutzten, jedoch für sich war dies keine kluge Wahl. Die jeweiligen Aufstriche - Basilikum, Paprika, Sardellen - schmecken anregend frisch, jedoch wird dieser Eindruck voll und ganz vom Roggenbrot übertönt. Der Basilikumaufstrich kämpfe noch am Besten um Rezeptoren auf der Zunge, verliert dann auch schnell gegen den Roggen. So bleibt von den Aufstrichen nicht viel übrig - schade, denn sie wären an sich sehr lecker gewesen.

Der Besuch dort wird auf kürzere Sicht nicht wiederholt. Sobald aber Sonne und Wärme wieder in München auftauchen, wird auf jeden Fall das Draußensitzen getestet. Wählt man vielleicht Wein, so hätte die GaribaldiBar die Chance, ein sehr relaxter Abend-Hangout zu sein.

Shop : GaribaldiBar - Schellingstraße 60
WWW : www.garibaldibar.de
Location : Google Maps
Datum : 25.01.07 | 13:00 Uhr
Produkt : Cappuccino: 2,40 EUR; 3 Crostini: 3,50 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 6
Ladenlokal : 8
Service : 8
Preis/Leistung : 7
GESAMTWERTUNG : 7.0

Montag, 22. Januar 2007

Öko-Schranne von der Hofpfisterei

Wenn einen jemand fragt, wo man mal ein richtig gutes Brot bekomme, so kann man ihn beispielsweise reinen Gewissens zur Bäckerei Paul Schmidt nach Haidhausen schicken, der die bei manchen schon legendäre "Bauernkrustn" produziert, oder auch zur Hofpfisterei, für Einheimische schlicht "der Pfister".

Die Hofpfisterei hat sich auf die Fahnen geschrieben, für ihre Brote und sonstige Backwaren ausschließlich Zutaten aus ökologischem Anbau zu verwenden, und die Brote nur mit Natursauerteig zu backen, den die Pfister-Bäcker in zeitaufwendigem Reifeverfahren selbst herstellen. Ob und wie sich das auf den Geschmack auswirkt, ist natürlich zu einem guten Stück persönliche Geschmackssache, mir schmeckt das Zeug einfach gut.

Die Öko-Schranne ist ein dunkles Mehrkornbrot aus Roggen, Weizen, Hafer, Gerste und Dinkel (für die genaue Zusammensetzung siehe Pfister-Website), mit der Pfister-typischen dichten Krume, der ordentlich gebackenen Kruste und dem feinen Sauerteiggeschmack, das einem Aficionado von dunklen Brotsorten schmecken dürfte. Die Konsistenz ist eher fest (wobei es bei der Hofpfisterei die sonst an jedem Misthaufen erhältlichen geschmacksarmen Gummibrote sowieso nicht im Sortiment sind), was mich persönlich aber nicht stört, im Gegenteil.

Geschmackstest : naja, ist ja nicht mein erstes mal - schmeckt einfach immer wieder gut. Kein penetranter Brotgewürzgeschmack, nicht trocken, aromatisch - so soll's sein. Ich weiß zwar nicht, wie das Brot schmecken würde, wenn die Hofpfisterei keine so hohen Maßstäbe für ihre Rohstoffe setzen würde, aber so wie es ist, ist's gut.

Erzählt man jemandem, daß man Pfister-Brot ißt, kommt häufig die Reaktion "Boaah, das teure Zeuch, ey!". Ja, ok, dem geizigeren Konsumenten wird die Preisliste der Hofpfisterei sicherlich nicht wirklich zusagen und ihn stattdessen zum nächsten Discount-SB-Backshop führen (wo er dann wahrscheinlich mit seinem 35.000 EUR Auto hinfährt, aus dem 150 EUR Portemonnaie das Geld fischt und das ganze dann nach Hause in der 10.000 EUR Küche auf die 2.000 EUR Granitarbeitsplatte legt...naja, anderes Thema :-)), aber meiner persönlichen Meinung nach darf der Preis für ein gutes Lebensmittel auch mal die Parkgroschen-Grenze überschreiten, sofern man einen Gegenwert dafür bekommt.

Die Filiale am Viktualienmarkt sieht im Prinzip aus wie alle anderen auch; Theke, Brotregal, Slicer, etc. - nur der Grundriß unterscheidet sich eben von Laden zu Laden. Das Verkaufspersonal ist eigentlich immer freundlich, an der Sauberkeit gibt's auch nichts zu meckern. Natürlich hat die Hofpfisterei auch noch viele andere Brotsorten und sonstige Produkte im Portfolio, wie Semmeln, Brezen, Hefegebäck und häufig sogar Bio-Wurst. Ein Maluspunkt geht generell an die Größe der Filialen, die in aller Regel etwas sparsam ausfällt, so daß es manchmal sehr voll ist; dafür wird man aber auch meistens zügig bedient.

Fazit : Super Brot, paßt auch gut unter Käse oder Kartoffelkas.

Shop : Hofpfisterei, Filiale Viktualienmarkt
WWW : www.hofpfisterei.de
Location : Google Maps
Datum : 19.01.07 | 15:00 Uhr
Produkt : Öko-Schranne; 600g, ca. 2,20 EUR
Rating [0..10]
Qualität : 10
Ladenlokal : 8
Service : 8
Preis/Leistung : 9
GESAMTWERTUNG : 9.0

Samstag, 20. Januar 2007

Der kleine Chinese

Jaja, der "kleine Chinese"...einer der ungezählten Asia-Fast-Food-Läden in München, bei denen man auch mit etwas sparsamer gefülltem Portemonnaie sich noch ordentlich die Wampe vollhauen kann und sich trotzdem noch mit halbwegs reinem Gewissen sagen kann, daß das soeben gegessene immernoch gesünder und leichter war als der gute bayerische Schweinsbraten, auch wenn es geschmeckt hat, als ob man eine Kloschüssel am Hauptbahnhof ausgeschleckt hat. Oder?

Der Laden ist laut eigener Auskunft "Ein Bistro von Studenten für Studenten"; ersteres ist angesichts des häufig wechselnden Personals zwar nicht unglaubwürdig, andererseits liegt das Durchschnittsalter der Angestellten doch deutlich über dem des Durchschnittsstudenten, außer vielleicht eines solchen, der das ganze eher gemütlich angehen läßt und sich im 26.Semester dann langsam zu fragen beginnt, ob er nicht langsam mal das Vordiplom seines (zwischenzeitlich eingestellten) Studiengangs in Angriff nehmen sollte, bevor ihm Mami und Papi die Kohle kürzen.

Wie wir alle wissen, ist das studentische Budget natürlich stets beschränkt, und nach Abzug aller laufenden Kosten für Golf GTI, Kippen, Bier, Party, Urlaub, Spontanurlaub und Kurzurlaub bleibt auch dem klischeehaftesten Münchner BWL-Studi nicht mehr viel übrig, und er sucht nach einer bezahlbaren und eßbaren Alternative zu Tagesgericht I in der Mensa.
Natürlich kann ein Gastronomiebetrieb, der nicht von Vater Staat gesponsort wird, kein komplettes Essen für 1,00 EUR anbieten, ohne schonmal die Telefonnummer des Insolvenzverwalters in die Glückskekse zu packen.

Dennoch ist das Preisniveau des "kleinen Chinesen" nicht hoch angesetzt, für nur ca. 10 EUR bekommt man schon eine Vorspeise und ein Hauptgericht auf den nicht immer stabil stehenden Tisch, nachdem man dem unaufdringlichen - man könnte es auch etwas schweigsam nennen - Personal hinter der Theke seine Trink- und Essenwünsche diktiert hat.
Ein Pluspunkt beim "kleinen Chinesen" ist sicherlich die Zubereitung der Speisen, die nicht, wie bei einigen anderen Vertretern der Gattung "Asia-Fast-Food-Imbiß", mit dem großen Schöpflöffel aus einem lauwarmen Schweinetrog gefischt und auf mäßig sauberes Geschirr geklatscht werden, und aussehen (und manchmal auch schmecken), als ob sich ein Nilpferd mit Magen-Darm-Grippe auf dem Teller entleert hätte, sondern stets on-demand frisch gekocht werden - nicht ohne in der kleinen Küche einen veritablen Lärmpegel zu erzeugen.

Das Essen wird in der Regel auch recht zügig serviert, außer der Laden ist voll, dann kann es schon mal etwas länger dauern, aber verhungert ist man bis dahin nicht. Immerhin liegen (zumindest in der Filiale in der Schleißheimer Str.) immer einige Zeitungen aus (gut, Abendzeitung und tz sind vielleicht nicht gerade die bevorzugten Gazetten des Bildungsbürgers, aber okay), so daß man sich die Wartezeit subjektiv ein bißchen verkürzen kann.

Der "kleine Chinese" ist mittlerweile zu einer kleinen Kette herangewachsen, in München finden sich mittlerweile vier Filialen (Schleißheimer Str./Stiglmaierplatz, Fraunhoferstr., Weißenburger Str., Tal), die allerdings einen etwas unterschiedlichen Standard bezüglich des Ambientes haben. Die Filiale in der Weißenburger Str. beispielsweise ist schön sauber und mit ordentlichem Mobiliar versehen, während einem beim kleinen Chinesen am Stiglmaierplatz der stellenweise klebrige Linoleumboden schonmal etwas Widerstand entgegensetzt, oder die Bistrotische samt den dazugehörigen Barhockern gelegentlich mit Stabilitätsproblemen zu kämpfen haben - das ganze hat natürlich auch irgendwie seinen urigen Charme, so wie die alten D-Zug-Wägen der Deutschen Bahn, mit ihren stets leicht muffigen Abteilen, den arschfreundlichen Polstersesseln und dem kultigen Handrad zur Heizungsregelung - nicht luxuriös, aber irgendwie nett.
Das Personal ist zwar meist freundlich, hat aber, je nach Filiale, Tageszeit, Wochentag (weitere Parameter sind möglich) manchmal so seine Sprachprobleme, so daß man am besten nach Nummer bestellt.

Zum heutigen Essen, Mie Goreng.

Als erstes fällt auf, daß, im Vergleich zu früheren Besuchen, die Gabel nicht mehr wie das Excalibur-Schwert in die dampfende Masse gerammt wird, auf daß der Gast der Auserwählte sein möge, der das Freßwerkzeug herausziehen kann, sondern schön separat inclusive einer Papierserviette geliefert wird. Nett. Das nächste, das ins Auge sticht, ist die ordentliche Portion Essen, die sich da auf dem dafür fast etwas unterdimensionerten Teller häuft; für den kleinen Hunger sind jedenfalls die Hauptgerichte beim "kleinen Chinesen" deutlich zu groß, hat man ordentlich Kohldampf, ist das natürlich eine super Sache.

Die Testphase beginnt. Das Essen ist zwar nicht wahnsinnig heiß, aber das ist angesichts des gut gefüllten Sambal-Oelek-Topfes, der zusammen mit einer Flasche Sojasauce auf jedem Tisch steht, auch nicht so tragisch. Die Nudeln haben die subjektiv richtige Konsistenz, das Hühnerfleisch ist leicht angebraten, das Gemüse ist knackig, die Sauce hat einen angenehm säuerlichen Touch. Mal ein bißchen Sambal-Oelek drüber geben...naja, auf meiner persönlichen Chili-Schärfe-Skala von 0 bis 11 (wobei 0 "Gut für Babynahrung" und 11 "Nicht mehr eßbar" ist) rangiert Sambal Oelek ohnehin nur bei ca. 1-2, andere Varianten wie Sambal Badjak auch schon mal bei 3, also spare ich mir mal eine wertende Aussage darüber, für die meisten Gäste reicht's aber wahrscheinlich.

Die genauen Inhaltsstoffe des Futterberges auf dem Teller kann man natürlich nicht mehr wirklich exakt identifizieren; ob das Fleisch von fröhlichen Biohühnern stammt, die auf Biobauer Horsts Hof herumrennen und denen dann liebevoll der Hals rumgedreht wird, oder ob es sich um konventionell gezüchtete Viecher handelte, denen am Doomsday weniger liebevoll die Rübe in der vollautomatischen Kreissäge abgesäbelt wurde, weiß ich nicht, wahrscheinlich letzteres, schmecken tut's jedenfalls, denau wie die Gemüsebestandteile auf dem Teller. Das Zeug ist meinem Geschmack nach ordentlich verarbeitet worden und der große weiße Eimer aus Hoechst, Leverkusen oder Holzminden ist allenfalls nur sehr sparsam eingesetzt worden; der Geschmack des ganzen Essens ist wirklich in Ordnung.

Nach dem Leeressen des Tellers darf man die konsumierten Speisen und Getränke dann bezahlen; eines kann man jetzt schon sagen : man bekommt was für's Geld; 5 EUR und ein paar Zerquetschte sind für das Mie Goreng, zumal in dieser Menge, wirklich nicht zuviel; ebenso bewegen sich die anderen Gerichte auf der reichhaltigen Speisekarte im eingangs erwähnten studentenfreundlichen Preisrahmen, denn auf dem (nicht existenten) Mensa-Kassenbon steht, je nach gewähltem Tagesgericht und Beilage natürlich, auch keine wesentlich höhere Summe.

Fazit : Natürlich kann man für das Geld keinen Gourmet-Tempel mit Pinguin erwarten, der einem vornehm näselnd und versonnen am extrahierten Korken schnüffelnd einen 1996er Château Tour Eiffel ins Riedel-Glas gießt, während man die Austern vom Rosenthal-Porzellan schlabbert, und als Location mit Candle-Light-Dinner-Ambiente mit plüschigen Sitzecken, Stoffservietten, Kerzenschein und Pianisten, das aus dem Kneipen-Aufenthalt einen romantischen Abend mit der/dem Liebsten macht, würde ich den "kleinen Chinesen" auch nicht gerade empfehlen. Aber für den schnellen (und nicht zu kleinen) Hunger auf ordentliches und reichhaltiges asiatisches Essen, das frisch zubereitet wird, preiswert ist und einem nicht schon vom Anblick den Darm verknotet, ist der "kleine Chinese" eine gute Anlaufstelle, nicht nur für Studenten.

Lokal : "Der Kleine Chinese", Filiale Schleißheimer Str.
WWW : www.der-kleine-chinese.de
Location : Google Maps
Datum : 19.01.07 | 17:00 Uhr
Produkt : Mie Goreng; ca. 5,50 EUR
Rating [0..10]
Essen : 6
Lokal : 4
Service : 5
Preis/Leistung : 9
GESAMTWERTUNG : 6.0